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#4: Peter Strohmaier – Zum Phänomen des (Wohnungs-) Einbruchdiebstahls

Wohnungseinbruch

Zur Person

Peter Strohmaier ist seit 1984 bei der Kantonspolizei Zürich tätig. Er durchlief verschiedene Stationen – unter anderem Kriminal- und Sicherheitspolizei sowie den Ausbildungsbereich – und arbeitet seit neun Jahren in der Sicherheitsprävention als Sicherheitsberater. In dieser Funktion befasst er sich intensiv mit dem Thema Wohnungseinbruchdiebstahl und berät Bürgerinnen und Bürger zu geeigneten Präventionsmassnahmen.

Inhalt

In dieser Folge des „Criminology-Cast“ dreht sich alles um das Thema Wohnungseinbruchdiebstahl. Mein Gast, Peter Strohmaier von der Kantonspolizei Zürich, gibt Einblicke in Häufigkeit, Vorgehensweisen und Präventionsmöglichkeiten dieses Delikts. Obwohl die Einbruchszahlen in der Schweiz seit 2012 merklich gesunken sind – unter anderem bedingt durch Corona, mehr Homeoffice und geschlossene Grenzen – ist ein Anstieg nach dieser Phase bereits wieder erkennbar. Die meisten Einbrüche geschehen in den Wintermonaten, wenn es früher dunkel wird und viele Wohnungen verlassen sind. Einbrecher wählen in der Regel das Erdgeschoss oder leicht zugängliche Fenster als Einstiegspunkte, da hier die Flucht im Ernstfall am schnellsten gelingt.

Interessant ist, dass neben Einzeltätern häufig auch Kleingruppen agieren, wobei ein oder zwei Personen ins Objekt eindringen und mindestens eine Person in der Nähe Schmiere steht. Ziel ist in erster Linie Bargeld, Schmuck oder Uhren, denn sperrige Gegenstände lohnen sich kaum. Oft werden die Räume während der Tat systematisch durchsucht – das kann mal zu grosser Unordnung führen, mal fast unbemerkt ablaufen. Zum Glück ist es selten, dass Täter und Opfer direkt aufeinandertreffen, da Letztere Konfrontationen in der Regel meiden.

Um sich zu schützen, empfiehlt Strohmaier vor allem, Anwesenheit vorzutäuschen, etwa indem man Licht per Zeitschaltuhr ein- und ausschaltet und Türen wie Fenster konsequent verriegelt. Auch Alarmanlagen und Videokameras können helfen, wenngleich geübte Täter sich oft nicht abschrecken lassen. Besonders wichtig ist ein wachsames Miteinander in der Nachbarschaft: Ungewöhnliche Beobachtungen sollten ernst genommen und bei Bedarf der Polizei gemeldet werden. Wer sich unsicher fühlt oder mehr über bauliche Sicherheitsmassnahmen erfahren möchte, kann sich kostenlos von der Polizei beraten lassen. Denn neben dem finanziellen Schaden können Einbrüche auch eine grosse psychische Belastung darstellen, da sie massiv in die Privatsphäre eingreifen.

Im Interview wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich bewusst zu machen, dass Wohnungseinbruchdiebstahl überall passieren kann. Mit präventiven Massnahmen, einer gewissen Wachsamkeit und dem Vertrauen auf nachbarschaftliche Hilfe lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren.

Weiterführende Materialien